Test: Clay Paky Axcor Profile 900

Mit dem neuen Axcor Profile 900 stellt Clay Paky erstmals ein kopfbewegtes Spotlight aus eigenem Hause vor, welches zum einen mit einer leistungsstarken 880 W LED-Engine und zum anderen mit gleichermaßen modernen Funktionalitäten ausgestattet worden ist. Da es sich für den italienischen Hersteller zumindest auf diesem Themengebiet um Neuland handelte, war die Redaktion besonders gespannt darauf, wie sich das Gerät im Praxistest präsentieren wird.

(Bild: Torben Lehmann)

 

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„The Most Powerful LED Spot. Ever.“ Mit diesem, äußerst selbstbewussten Slogan, bewirbt der italienische Hersteller Clay Paky, mit Sitz in der Nähe von Mailand, das neue Flaggschiff seines bereits jetzt sehr umfassenden Geräteportfolios. Im Bereich der kopfbewegten Spotlights kennt sich der Hersteller bereits seit geraumer Zeit aus. Auch im Bereich der kopfbewegten LED-Effektlampen haben sich im Laufe der letzten Jahre einige Schmuckstücke erfolgreich am Markt etabliert. Nun verschmelzen auch bei Clay Paky erstmals beide Themengebiete miteinander. Das Ergebnis dieser Fusion heißt Axcor Profile 900.

Axcor 900: „Ein ganz schöner Trümmer“

Der Axcor Profile 900 wurde der Redaktion in der kaltweißen Ausführung zur Verfügung gestellt. Es ist auch eine weitere Version mit einer etwas geringeren Farbtemperatur erhältlich, die einen höheren Farbwiedergabewert liefert. Das Gerät wurde per Spedition, im Single-Case des Herstellers, auf einer Einwegpalette, geliefert. Zusammen laut Lieferschein mit 105 kg schon mal nicht schlecht. Zwar ist das Gerät mit zwei großzügig dimensionierten Tragegriffen ausgestattet, ein sicherer Umgang kann bei der Größe – ca. 44 cm breit, ca. 44 cm tief und, bei geradestehendem Kopf, knapp 90 cm hoch – und einem Gewicht von 45 kg jedoch nur durch zwei Personen erfolgen. Ist der Axcor Profile 900 erst einmal ausgetütet, schwinden jedoch schnell die ersten Berührungsängste mit diesem Koloss. Denn das Gerät präsentiert sich, so wie es von dem italienischen Hersteller auch gar nicht anders zu erwarten gewesen wäre, schon auf den ersten Blick sehr hochwertig und ordentlich verarbeitet. Dadurch strahlt das wuchtige Gerät trotz der immensen Größe des Kopfes, der allein gut 65 cm Länge misst, und der etwas bauchig geratenen Form, irgendwie doch wieder eine gewisse Eleganz aus. Das könnte mitunter daran liegen, dass der Gerätekopf wie aus einem Guss gefertigt zu sein scheint, und sich diese Ästhetik auch bei den anderen äußeren Merkmalen fortsetzt. Hier ist die Auswahl der Materialien und Modellierung der einzelnen Bauteile deutlich erkennbar mal wieder mit sehr hohen Ansprüchen vorgenommen worden.

Anschlüsse, Display, Menüführung & Co.

Fangen wir an der Rückseite des Geräte-Basements an. Hier sieht es sehr aufgeräumt aus. Die verfügbaren Anschlüsse reihen sich eng aneinander. Von links beginnend, auf einen Netzschalter folgend, steht eine PowerCon True1-Buchse für die Spannungsversorgung des Scheinwerfers zur Verfügung. Das elektronische Netzteil sorgt an dieser Stelle bei einer Spannung von ca. 115 V-230 V und einer Netzfrequenz von 50/60 Hz für die benötigte Leistung, die bei 230 V und 50 Hz mit ca. 1.400 VA angegeben ist. Auf den Netzanschluss folgen, anders als in den aktuellen Nachschlagewerken angegeben, denn hier ist lediglich von fünfpolig die Rede, sowohl drei-, als auch fünfpolig ausgeführte DMX-Anschlüsse. Zu guter Letzt ermöglicht eine EtherCon-Buchse die Ansteuerung des Gerätes auch über das ArtNet-Protokoll. Ein Schlenker an den Geräteseiten führt gleichzeitig noch einmal an den griffigen Tragevorrichtungen vorbei, die für das Handling mit zwei Personen mehr als ausreichend bemessen worden sind. An ungefähr gleicher Stelle fallen dann auch die Verriegelungen für Pan- und Tilt-Achse auf, mit deren Hilfe der Gerätekopf zu Servicezwecken in 45°-Schritten (Tilt) und 90°-Schritten (Pan) arretiert werden kann. Insgesamt ist der Bewegungsradius des Axcor Profile 900 mit 540° im Pan- und 250° im Tilt-Bereich angegeben. Ein kurzer Blick nach oben. Die Frontlinse hat einen Durchmesser von ca. 13 cm, der Kopf des Axcor Profile 900 an dieser Stelle einen Durchmesser von ca. 20 cm. Der Abstand von der Frontlinse, bis zum letztendlichen Lichtaustritt am Ende des Kopfes, beträgt ca. sieben Zentimeter. An der Unterseite des Basements befinden sich vier Aufnahmemöglichkeiten für die beiden mitgelieferten Omega-Klemmen (1/4-Turn), sowie eine Öse zur Befestigung eines Sicherungsseils gegen Herabfallen des Gerätes. Für die Ansteuerung der einzelnen Menüpunkte und der Grundeinstellungen des Gerätes setzt Clay Paky auch beim neuen Axcor Profile 900 auf Altbewährtes. Das monochrome und bis zu fünfzeilige Display, sowie die daneben liegenden, fünf intuitiven Navigationstasten, scheinen sich über die Jahre hin bewährt zu haben, und sind bereits von Geräteserien vorangegangener Produktgenerationen bekannt. Da das Gerätemenü durch einen sich selbst aufladenden Akku gepuffert ist, können Einstellungen am Gerät selbst, sowie alle möglichen Werte, bereits ohne bestehende Spannungsversorgung vorgenommen bzw. ausgelesen werden. Dazu zählen unter anderem DMX-Werte, Lüfter- und Temperaturanzeigen oder interne Diagnosefunktionen und Firmware-Updates. Und weil das Gerät zudem RDM-fähig ist, können hier auch viele der Funktionen direkt über entsprechende Endgeräte per Fernwartung eingestellt werden.

Die LED-Engines

Beim neuen Axcor Profile 900 kommt, wie bereits im oberen Teil kurz angeschnitten, laut Herstellerangaben ein kaltweißer Chip mit einer Leistung von 880 W zum Einsatz, der bei einer Farbtemperatur von 6.500K einen Lichtstrom von 46.000 lm produziert. Hinter dem ausgeklügelten Linsensystem seien davon am Ende dann noch ganze 24.000 lm übrig, so der Hersteller. Das Gerät bringt es mit dieser leistungsstarken kaltweißen Engine jedoch nur auf einen CRI um die 70. Um kurz etwas voraus zu greifen, befindet sich hierfür ein Korrekturfilter mit auf dem festen Farbrad, mit dessen Einsatz ein CRI von ca. 83 erreicht werden kann. Die andere Version des Axcor Profile 900 ist für einen noch höheren Farbwiedergabewert ausgelegt, dafür wird natürlich auch etwas Helligkeit eingebüßt. Die etwas wärmere LED-Engine produziert einen Lichtstrom von 34.000 lm brutto. Netto bleiben, nach allen Abzügen, laut Hersteller ca. 17.500 lm übrig. Die Farbtemperatur liegt bei dieser Ausführung in einem Bereich von ca. 5.600K. Dafür ist der CRI bereits ohne jegliche Korrekturfilter mit einem Wert von 90 deutlich höher angegeben. Mit besagtem Korrekturfilter kann dann wohl noch ein Ergebnis erzielt werden, bei dem sich der CRI zwischen 95 und 98 bewegt.

Innenleben des Clay Paky Axcor

Die eben angesprochene Ästhetik setzt sich tatsächlich bereits beim Öffnen des Gerätes fort. Die beiden baugleichen Seitenabdeckungen lassen sich mit dem Lösen von je nur zwei Quicklock-Schrauben vom Gehäuse abnehmen. Die obligatorische Sicherung gegen Herabfallen der Abdeckungen erfolgt hier ebenfalls über ein Quicklock-System und lässt sich ohne Werkzeug sichern bzw. entsichern. Auch die anderen Gehäuseteile lassen sich, wenn auch nicht immer wie im Handbuch beschrieben mit Hilfe von Quicklock-Systemen, dennoch stets mit wenigen Handgriffen entfernen bzw. wieder montieren. Die einzelnen Funktionen des Axcor Profile 900 sind im inneren des Gerätes in drei voneinander unabhängigen Modulen untergebracht. Das erste Modul, das direkt hinter dem Bereich mit dem Leuchtmittel sitzt, beherbergt als erstes den stufenlosen Farbkorrekturfilter, der die Farbtemperatur von 6.500K bis auf ca. 3.500K herunter korrigieren kann. Hinzu gesellt sich das CMY-Farbmischsystem, das auch in genau dieser Reihenfolge angeordnet ist. Im zweiten Modul finden, ebenfalls in der baulichen Reihenfolge aufgezählt, ein festes Farbrad mit sechs Farben plus weiß Platz, sowie ein rotierbares Animations- und ein Goborad mit sechs rotierbaren Gobos. Hinzu kommen eine Blendenschiebereinheit mit vier voneinander unabhängigen Blendenschiebern und eine Irisblende. Das gesamte Blendenschiebermodul lässt sich in beide Richtungen um jeweils 45° indizieren. Das dritte und letzte Modul beansprucht fast die Hälfte des verfügbaren Platzangebotes für sich. Hier befinden sich die Focuslinsen-Einheit, ein rotierbares 4-fach-Prisma, zwei unterschiedlich intensive Frostscheiben (Light Frost & Heavy Frost) und die Zoomlinse. Die Focuslinsen-Einheit hat es hierbei wortwörtlich in sich. Hier sorgen gleich vier Linsen für die entsprechende Bündelung. Nicht verwunderlich ist daher, dass dieses Bauteil ein sehr hohes Eigengewicht aufweist. Sowohl die Dimmer-, als auch die Shutter-Funktion, die bis zu zwölf Blitze pro Sekunde generieren kann, werden beim Clay Paky Axcor Profile 900 elektronisch, also ohne weitere mechanische Bauteile, realisiert.

Lüfter- und Hitzemanagement

Dieses Thema ist heutzutage bei weitem nicht mehr ganz unwichtig und kann für so manchen Einsatzort und somit auch für manch eine Kaufentscheidung ausschlaggebend sein. Der Axcor Profile 900 ist nämlich gleich mit einem guten Dutzend, genauer gesagt, mit dreizehn Lüftern in unterschiedlichen Größen ausgestattet. Hier sorgen vier Stück für die Luftzirkulation im Basement (2 × rein und 2 × raus). Vier Lüfter mit einer ähnlichen Größe (ebenfalls 2 × rein und 2 × raus) sind für die Frisch- und Abluft an der LED-Engine verantwortlich. Die beiden, mit ca. elf Zentimetern Durchmesser größten Lüfter in diesem Gerät, sind genau gegenüberliegend voneinander platziert und nah an der Stelle angebracht, an der sich die Anordnung der einzelnen, den Strahlengang beeinflussenden, Bauteile, konzentriert. An der einen oder anderen Stelle wird zusätzlich noch mit Hilfe kleinerer Lüfter punktuelle Luft zu- bzw. abgeführt. Die Geräuschentwicklung, die dabei zustande kommt, ist tatsächlich nicht ganz ohne. Der Axcor Profile 900 kann zwar laut Herstellerangaben in zwei unterschiedlichen Lüfter-Modi betrieben werden. In dem einem der beiden Modi, sozusagen als Standardeinstellung, werden alle Lüfter mit 100% Leistung betrieben. In dem anderen Modus soll das Gerät in einer Art Silent-Modus betrieben werden können. Ein wirklicher Unterschied zwischen diesen beiden Betriebs-Modi konnte während des Tests am Gerät selbst jedoch nicht festgestellt werden. Hier blieb die Geräuschkulisse des zur Verfügung gestellten Testgeräts sowohl betrieben im Standard-, als auch im Silent-Modus, schlicht und ergreifend konstant. Hier besteht das Hitze-Management wohl darin, dass die Leistung des Gerätes immer gleich hoch bleibt, während die Aufgabe des Lüftermanagements darin liegt, dies auch mit aller Kraft, und eben durch den entsprechenden Einsatz der dreizehn Lüfter, auch gewährleisten zu können.

Clay Paky Axcor in der Praxis

Fangen wir mit der LED-Engine an. Das austretende Licht ist wirklich sehr intensiv. Aber das ist nicht alles. Es stehen drei Leistungsstufen zur Verfügung, mit deren Hilfe sich das Gerät in den Abstufungen 900 W, 600 W und 400 W betreiben lässt. Eine Herunterstufung der Leistung wirkt sich, zumindest an dieser Stelle dann doch ein wenig auf die Geräuschkulisse aus, da die Umdrehungszahl der Lüfter, bei entsprechend niedrigerer Leistung des Leuchtmittels, um ein gewisses Maß reduziert wird. Die Einstellung der Wiederholrate lässt sich bei dem zur Verfügung gestellten Axcor Profile 900 Testgerät mit der Firmware 2.19.1 noch nicht vornehmen. Eine Firmware-Aktualisierung soll jedoch auch den Weg in dieses Feld ebnen, und eine Kalibrierung der Wiederholrate zwischen 1.000 Hz und 48.000 Hz ermöglichen. Zudem stehen dem Leuchtmittel vier unterschiedliche Varianten von Dimmerkurven zur Verfügung: Standard, Linear, Square und Conventional. Für die meisten Anwendung wird die letztere Variante, die das Dimmerverhalten eines konventionellen Leuchtmittels nahezu perfekt nachahmt, die Interessanteste sein. Sowohl der stufenlose Farbkorrekturfilter, als auch die CMY-Farbmischeinheit fahren sauber in den Strahlengang und erzeugen bei geschlossenem Gerätegehäuse keine störenden Reflexionen um die Abbildung des Lichtkegels herum. Das feste Farbrad verfügt, inklusive dem bereits erwähnten Korrekturfilter für den höheren CRI, über insgesamt sechs Farben plus weiß. Hierzu zählen, in der Reihenfolge wie auf dem Farbrad angeordnet, die Farben Dark Red, Brilliant Blue, Green, der CRI-Filter, Golden Amber und Navy Blue. Diese Farben sind fest auf dem Farbrad verklebt und lassen sich nicht austauschen. Das Animations-Rad weist, sowohl bei langsamer, als auch bei schneller Rotationsgeschwindigkeit in beide Richtungen, ein leichtes Ruckeln auf. Dieses sichtbare Ruckeln verschwindet erst, wenn das Animationsrad per Fokussierung in den Hintergrund gerückt und beispielsweise die Struktur eines Gobos damit animiert wird. Der Axcor Profile 900 verfügt über nur ein Goborad, das mit sechs rotierbaren Glasgobos bestückt ist. Hier erfolgt die Rotation eines Gobos auch bei niedriger Geschwindigkeit ruckelfrei. Zum Austausch der Gobos muss, neben der entsprechenden Gehäuseabdeckung, zusätzlich ein Lüfter demontiert werden, damit man überhaupt eine Chance hat, an das entsprechende Gobo heranzukommen. Die einzelnen Gobos sitzen jeweils fest in einer Halterung, die einfach aus dem Goborad heraus – gezogen werden kann. Die Größe eines Gobos darf maximal ca. 34 mm, die Größe der Abbildung maximal ca. 29 mm betragen. Jedoch ist auch der Axcor Profile 900 an dieser Stelle keine Wunderwaffe. Denn auch hier besteht das Problem, dass die Gobos nicht an allen Stellen gleichmäßig scharf eingestellt werden können. Zwar liegen auch hier nur Nuancen zwischen „außen scharf“ oder „innen scharf“, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Es sei lediglich der Vollständigkeit halber erwähnt. Kommen wir nun zu der Blendenschiebereinheit. Und die ist tatsächlich sehr gut gelungen. Die einzelnen Blendenschieber sitzen sehr eng beieinander, was sich beim Fokussieren sehr positiv auf die Abbildung auswirkt. Hinzu kommt, dass jeder Blendenschieber für sich den Strahlengang komplett schließen kann, und die komplette Einheit sowohl im, als auch gegen den Uhrzeigersinn, um bis zu 45° rotierbar ist. Die motorisierte Irisblende schließt hingegen nicht ganz, erfüllt ihre Funktion jedoch, genau wie auch die einzelnen Blendenschieber, sehr ruhig und geschmeidig. Die Focuslinsen-Einheit ist mit insgesamt vier Linsen bestückt. Dadurch ist dieses Teil wirklich sehr schwer geworden, wird aber dennoch nur mit Hilfe eines Motors bewegt, und könnte sich daher bei ausgeschaltetem Gerät durch ihr Eigengewicht durch das Innenleben des Scheinwerfers bewegen. Um an dieser Stelle, beispielsweise durch Transport oder bei der Montage des Gerätes, womöglich auftretende und unkontrollierte Bewegungen der Focuslinsen-Einheit zu verhindern, verfügt diese eigens über einen zusätzlichen Motor, dessen einzige Aufgabe es ist, bei anliegender Spannung selbstständig eine mechanische Transportsicherung zu lösen. Diese ist federnd gelagert und schnellt bei einem Spannungsverlust automatisch wieder in ihre ursprüngliche Position zurück, um die Focuslinsen-Einheit sozusagen aufzufangen und an ihrer Position zu fixieren. Jedoch braucht dieser Vorgang auch ein paar Millisekunden. Daher ist das Einrasten der Focuslinsen-Einheit in die Transportsicherung beim Ausschalten des Gerätes überdeutlich zu hören, und sogar, bei auf das Gerät aufgelegter Hand ebenso deutlich zu spüren. Das 4-fach-Prisma rotiert ebenfalls ruckelfrei, und ist mit der Focuslinsen-Einheit zusammen auf einer Schiene untergebracht. Das bedeutet, dass das Prisma immer mit der Focus-Linse hin und her fährt. Auf ähnliche Weise sind die beiden Frostscheiben mit an der beweglichen Vorrichtung der Zoomlinse untergebracht. Im Gegensatz zum Prisma sind die beiden variablen Frostscheiben (vom Hersteller Soft Edge Frost und Flood Frost genannt) federnd gelagert worden. Ohne Netzspannung werden die beiden filigranen Scheiben automatisch aus dem Strahlengang herausgefahren, da sie sonst während des Transports oder der Montage mit anderen Bauteilen kollidieren könnten. Die Mechanik des Prismas ist, wie bereits angedeutet, nicht so ausgeführt und kann bei ausgeschaltetem Gerät unter Umständen mit der Zoomlinse kollidieren. Zwar wird im Handbuch darauf hingewiesen, dass alle Funktionen vor dem Ausschalten des Gerätes deaktiviert werden müssen; in der Praxis sieht es (wenn auch unschön) jedoch häufig ein wenig anders aus. Hier wäre allein aus Gründen der Materialschonung eine gefederte Aufhängung wahrscheinlich nicht ganz unvorteilhaft gewesen. Last, but not least, ermöglicht die Zoomlinse, als letztes Bauteil in der Reihenfolge, einen linearen Zoombereich von 7° bis 40°. Jedoch sind nicht alle Funktionen auch in genau diesem Zoombereich verfügbar. Das Prisma steht beispielsweise nur in einem Zoombereich von 50 – 100 % zur Verfügung, da die Focuslinsen-Einheit aus Hitzeschutzgründen automatisch auf den für diesen Fall definierten Mindestabstand zum Leuchtmittel justiert wird. Dieses Phänomen lässt sich auf ähnliche Art beobachten, wenn z. B. das Animationsrad, eine der beiden Frostscheiben oder das rotierbare Goborad zum Einsatz kommen. Hier fährt bei Bedarf immer mal kurz irgendetwas mit, damit nichts kaputt geht.

Fazit

Jetzt mal ehrlich: Ein Schritt in diese Richtung war seitens Clay Paky längst überfällig. Mal außer Acht gelassen, dass der italienische Hersteller im Jahre 2018 nicht gerade als erster Hersteller mit einem Scheinwerfer dieser Kategorie um die Ecke kommt. Für ein Gerät der ersten Generation jedoch, ist der Axcor Profile 900 in vielerlei Hinsicht, zum einen, was die Performance während der Testphase, zum anderen, was die mannigfaltigen Funktionen betrifft, wirklich gut geraten. Die Feinheiten werden sich eh erst im Langzeitbetrieb herauskristallisieren. So, wie es der italienische Hersteller seit „Anbeginn der Zeitrechnung“ zu behandeln pflegt, lässt sich auch der Axcor Profile 900 in den zwei DMX-Modi „Standard“ und „Vector“ betreiben, die jeweils 38 bzw. 42 Kanäle pro Gerät beanspruchen. Die wichtigsten Funktionen – hierzu zählen Pan & Tilt, die CMY-Farbmischeinheit, sowie Dimmer, Fokus und die Gobo-Rotation – sind unabhängig vom Betriebsmodus in einer Auflösung von 16 Bit verfügbar. Bei der Funktion der automatisierten Fokuseinstellung, wurde sich auch beim Axcor Profile 900 an den Erfahrungen vorangegangener Spotlights aus dem Hause Clay Paky orientiert. Immer wieder etwas gewöhnungsbedürftig, aber, wenn man einmal durchgestiegen ist, durchaus praktikabel. Aber neben all dem Lob taucht auch eine Frage auf – wo sich der Axcor 900 positioniert. Anzahl und akkurate Verarbeitung der einzelnen Funktionen sprechen einerseits für eine „eierlegende Wollmilchsau“, auch angesichts der vorliegenden Messwerte. Jedoch hat der Axcor Profile 900 ein Problem, und das ist seine Lautstärkeentwicklung. Zwar wird das Gerät auch für den Gebrauch in Fernsehstudios und Theaterhäusern angepriesen, laut Ansicht der Redaktion wird dieser Scheinwerfer jedoch eher im Rock’n’Roll-Bereich zu Hause sein. Der Axcor Profile kostet 12.890,− € und ist über den deutschen Vertrieb Lightpower aus Paderborn zu beziehen.

 

 

 

 

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