Digitales Mischpult für flexible Anwendungen

Behringer X32: Das Volksmischpult im Test

Ein digitales Live-Mischpult für die Veranstaltungstechnik mit umfangreichen Funktionen für unter 3.000 Euro zu realisieren, war lange Zeit in der Veranstaltungsbranche undenkbar. Behringer hat es mit dem X32 trotzdem geschafft. Zu seinem Auslieferungsstart im Jahr 2013 brachte das Behringer X32 vom Start weg auch noch eine opulente Ausstattung mit. Schritt für Schritt wurde aus dem „Behringer X32“ eine ganze Familie, deren technische Auswirkungen bis in die Midas-Produktgruppe greifen.

Digitales Live-Mischpult X32

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Neu: Erweiterung X-Live für pultinternes Multitrack-Recording/Playback

Entwicklung und Start des Behringer X32

Das wird es nie geben – so die allgemein in der Branche zu hörende Überzeugung, als 2011 auf der Musikmesse bzw. Prolight + Sound über „das neue Behringer-Digitalpult“ diskutiert wurde: Der Prototyp des Behringer X32 war nur hinter Glas zu sehen, und für damalige Verhältnisse war es so prall mit Features gespickt, dass man sich eine Preisgestaltung auf bekannt niedrigem Behringer-Niveau kaum vorstellen konnte. Aber schaut man sich Produktpräsentationen aus dem Vorjahr an, die auf Mitarbeiter- und Händlertreffen bei Behringer in China im Jahr zuvor gezeigt wurden, hatte sich zwischenzeitlich offenbar bereits viel getan.

Auf den Frühjahrsmessen 2012 war es dann live zu erleben, definitiv nicht mehr als womöglich halb leere Produktstudie, sondern sogar in Form mehrerer digital vernetzter Behringer X32-Pulte mit weit fortgeschrittenem Software-Stand. Hardwareseitig gab es noch einige Korrekturen, an Stelle der (auffälligen, aber sicher etwas fragwürdigen) Handy-Ablage auf der rechten Pultseite des Behringer X32 gab es zuvor noch ein Navigations-Wheel, und auch die offenbar anfangs geplante MP3-Wiedergabe fiel offenbar dem Rotstift zum Opfer.

Aber seit den ersten Hands-on geht es unaufhaltsam mit dem Behringer X32 weiter – nicht nur an dem Pult allein, sondern auch mit dessen Hardware-Optionen: Eine Steckkarte zur 32-kanaligen USB/Firewire-Anbindung wurde als Standard bereits mitgeliefert. Zwischenzeitlich ist die Firewire-Anbindung wegen Lieferschwierigkeiten mit den nötigen Chipsätzen etwas in den Hintergrund geraten. Dafür wurde aber bald die Recording-Software Tracktion4 nachgereicht. Und das Pult öffnet sich, obwohl es unternehmensintern beste Kontakte zur AES50-Welt hat, auch anderen Protokollen mit Dante-/MADI-/ADAT-Karten. Wer statt der lokalen analogen Ein-/Ausgänge lieber eine Stagebox digital per AES50 absetzt, greift zur Behringer S16, und auch an den komfortablen Monitormix hat man gedacht: die kleinen, über einen eigenen Netzwerkport mit dem Behringer X32 verbundenen Personal Mixer P16 reichen jedem Musiker komfortabel 16 ausgewählte Kanäle dar.

 

Konzeptstudie des Behringer X32
Erste Konzeptstudie des Behringer X32 auf einer Händlertagung 2010 (Bild: Detlef Hoepfner)

Die zügige Fertigstellung des Projektes schien selbst für das eigene Team der Behringer-Muttergesellschaft Music Group nicht selbstverständlich: Die ersten virtuellen Umrisse eines digitalen Mixers mit 32 vollprogrammierbaren Mikrofon-Preamps, 16 Mix-Bussen und 25 motorisierten Fadern sowie acht Effektprozessoren wurden erst im Frühjahr 2009 vom R&D-Team rund um Thomas Zint und Jan Duwe in Willich skizziert.

 

Prototyp des Behringer X32
2011 noch hinter Glas: Prototyp des Behringer X32 (noch mit Navigations-Wheel) (Bild: Detlef Hoepfner)

Behringer X32 mit Midas-Support

Bereits Ende 2009 dann, so berichteten sie dem Fachmagazin PRODUCTION PARTNER, sei das Mischpult in seinen Grundzügen weitgehend definiert gewesen. In den folgenden Monaten kam der Entwicklung durch die Übernahme von Midas / Klark Teknik durch die Music Group Holding eine entscheidende Ergänzung zugute, sodass das Behringer X32 bis zu seiner Fertigstellung von mehreren Faktoren profitierte: einem kleinen Entwickler-Kernteam mit kurzen Wegen in Willich, zusätzlichen Entwicklungsressourcen des Gesamtkonzerns (z. B. für Mechanik und Industrial Design in China und auf den Philippinen) sowie einem gigantischen, selbst kontrollierten Fertigungshintergrund in Zhongshan.

Für die Marken Behringer, Bugera, Klark Teknik und Midas wurden hier allein im Jahr 2011 rund drei Millionen Produkte produziert – man kann sich vorstellen, welche Optimierungsmöglichkeiten dadurch entstehen. Im Zuge der Integration von Midas wurden zudem durch das Team aus Kidderminster weiterentwickelte Herstellungsprozesse und Qualitätssteuerungen eingeführt (als Folge bietet man drei Jahre Garantie). Das X32 aber ist dennoch ein „Behringer-Pult“, auch wenn es von einigem internen Midas-Support profitierte. Bereits 2011 erfuhren wir bei Hintergrundgesprächen in England, dass man das deutsche Team beispielsweise beim GUI berate: Thomas Zint und Jan Duwe bestätigen, wie hilfreich manche Vorarbeiten gewesen seien, auf die man aufbauen konnte.

 

Behringer R&D-Team
Ein Teil des internationalen R&D-Teams unter der Leitung von Thomas Zint (l.) und Jan Duwe; rechts davon Jörg Aschenbach und Axel Blitgen (Bild: Detlef Hoepfner)

So sei es von Anfang an Ziel gewesen, auf eine sehr schlanke Hardware-Basis zu setzen, diese aber bestmöglich zu optimieren. Trotz der gesetzten Rahmenbedingungen wurden so beispielsweise die sehr umfangreichen und optisch ansprechenden Menüseiten und Grafiken auf dem großen Screen möglich. Weitere ergänzende Add-Ons waren die AES50- Anbindung (zwei Ports) sowie eine optische Spezialität bei den Fadern: einzelne, hinterleuchtete Grafik-LCDs in jedem Kanalzug, die hinsichtlich Farbe, Symbol und Name komplett frei editierbar sind.

A propos Fader: Prozessor und DSP sind bei so einem Pult gar nicht mehr die entscheidenden Kostenfaktoren, sondern – neben dem Display – vor allen Dingen Mic-pre-Eingangsstufen sowie die Motorfader. Beim Behringer X32 wurde die üppige Anzahl von Motorfadern aber dadurch möglich, dass man sie selbst entwickelte und fertigt. Gruppiert sind sie übrigens „live-typisch“ als Basiseinstellung in Gruppen, links als Input-Fader sowie rechts DCA-/Bus-/Group-/Master-Fader.

X32: ein eigenes Universum

Den Feature-Umfang des Behringer X32 in wenigen Worten darzustellen, ist schier unmöglich, eine Übersichts-Präsentation des Willicher Teams zum Marktstart zählte nicht weniger als 178 Folien: Level-Anzeigen neben allen Fadern plus je eine Gate-/Kompressor-/Clip-LED, der Channel-Strip mit eigenen Reglern für Input, Dynamik, EQ und Busse, viele „View-Buttons“, die den jeweiligen Funktionsumfang ohne Menüsuche auf den Screen (800 × 480) und die Push-Encoder bringen, Home-Screen mit einer Gesamtübersicht je Kanal, USB-Slot mit 2-Spur-Aufnahmemöglichkeit als unkomprimierte WAV-Dateien (sowie für Show Files, Szenen, Kanal-Libaries und Firmware-Upgrades), Sends on Faders in zwei Richtungen, acht Kanäle als DAW-Control nutzbar, frei zuweisbare Assign-Sektion mit Tastern und Reglern, Mute-Gruppen, 100 Szenen pro Show … Schließlich gibt es auch eine iPad-Steuerung X32-Mix, eine iPhone-App X32-Q für den Monitor-Mix. Engagierte Anwender/Drittfirmen können eigene Applikationen für das Pult auf OSC-Basis herausbringen, und für die Pultsteuerung per PC bietet Behringer die Software X32-Edit zu den Plattformen Windows, Mac/OS X und Linux.

 

Vielleicht auch von Interesse: Midas M32 im Test als Download – Der Preis des Midas M32 macht stutzig: Kann man einerseits dafür „Midas-Qualität“ liefern, und wo liegen die Unterschiede – zum nochmals preisgünstigeren – Behringer X32?

 

Noch kurz zur Hardware rund ums Behringer X32: Alternativ zur Vollausstattung analoger I/Os an der Konsole bietet sich beim Behringer X32 der Anschluss von bis zu drei Stageboxen S16 an jeden der beiden AES50-Ports an. Mit der eingesetzten Wandlertechnik war das R&D so zufrieden, dass man in Pult und Stagebox die identischen Typen einsetzt, es sollten also keine Qualitätsunterschiede zwischen den I/Os am Pult selbst und den je 16 ferngesteuerten Mic-Preamps und acht Outs einer S16 auftreten. Die Ein-/Ausgänge können übrigens direkt an der S16 abgehört werden. Entweder am Pult oder ebenfalls am S16 connecten sich die Powerplay P16 für das individuelle Monitoring: Bis zu 16 Kanäle können vom Pult aus eingespielt werden, die Signalabgriffe im Pult sind sehr frei definierbar. Am Minimischer dann erstellt man seinen Mix, hört per Solo in einzelne Spuren oder versieht diese sogar noch mit eigenen EQs nur für das Mithören.

Und auch die Bauformen des Behringer X32 wurden zügig erweitert: Eine Version X32 Compact mit weniger Hardware-Fadern, das Behringer X32 Rack mit Display und Reglern, aber ohne Fader, den X32 Core als radikal reduzierte 1-HE-Einheit und Producer-Varianten für das Recording statt die Veranstaltungstechnik. Kleine Hardware-Revisionen änderten schließlich einige Tastentypen, die zuvor zu Hängern neigten.

Damit bot sich im Semi-Profi-Segment erstmalig ein sensationelles Preis/Leistungsverhältnis, und auch die Kosten für einen P16 Minimischer führen dazu, dass viele Bands und Musiker plötzlich mit einem sehr professionellen Workflow auf der Bühne arbeiten.

Als “Profi-Variante” führt das Midas M32 aus gleichem Hause das Konzept weiter: Es besitzt ein etwas anderes Gehäuseformat, vor allem aber sind definitiv die Ein-/Ausgänge noch einmal überarbeitet worden, was sich auch im Testbericht von PRODUCTION PARTNER niederschlägt. Zum Jahreswechsel 2016/2017 dann schob Midas noch kompakte, rein per Tablet/Laptop zu bedienende Kompaktvarianten nach, unsere ersten Eindruck der WI-FI Mixer Midas MR12 und Midas MR18 finden sich hier.

Eine Besonderheit hat das “große” Behringer X32: Ursprünglich waren zwei versteckte Taster vorgesehen. Jetzt wird aber nur eine der zwei Bohrungen neben den MIDI-Buchsen genutzt: Hier erzwingt man einen sofortigen Reset des Pultes.

Behringer X32 Reset
Reset-Öffnung neben den MIDI-Buchsen (Bild: Detlef Hoepfner)

Behringer X32 Firmware

In den ersten Wochen nach dem Produktrelease des Behringer X32 hagelte es geradezu Firmware-Updates, ein Effekt, den man bei einem Hersteller von Massenware nicht unbedingt gewohnt ist. Sukzessive wurden auch kleine Funktionserweiterungen nachgereicht und Fehlerbehebungen in den Release Notes dokumentiert. Beim Stand von Version 1.15 dann veröffentlichte Behringer die allgemein zugängliche Version 2.01 Beta, über die bereits Monate zuvor Gerüchte durch das Internet waberten. Experimentierfreudige Anwender konnten mit der V2.01 eine Fülle neuer Funktionen ausprobieren, allerdings gibt es inzwischen die offizielle V2.06, die auch zu den Remote-Apps kompatibel ist und automatisch alte V1.15 Shows laden kann. Zu den neuen Funktionen gehören eine stark erweiterte Szenen-Funktionalität, neue Effektalgorithmen, ein einfacher Audioanalyser sowie eine Netzwerkanbindung der Turbosound iQ-Lautsprecher. In der 2.06 flossen bereits Verbesserungen bei der Unterstützung der Dante-Karte ein.

Umfangreich erweitert wurde das Szenen-Management, ein etwas trockenes Kapitel, das in der Praxis aber überaus nützlich sein kann und andererseits bei Bedienproblemen auch fatale Folgen nach sich zieht. Die Version 2 führt hier Snippets ein. Diese „Schnipsel“ sind sozusagen Momentaufnahmen der Parameter von Inputs, Returns, Effekt-Slots, Bussen, der Matrix, Main oder DCA-Gruppen. Sie lassen sich einzeln speichern (bis zu 100) und dann schnell aufrufen, auch unabhängig von einer Gesamtszene. Jeder der 500 Cue-Einträge kann jede der 100 Szenen oder Snippets separat oder gleichzeitig laden, so dass man bei insgesamt 500 Cues x 100 Szenen x 100 Snippets landet. Shows und Scenen sind allerdings nicht zwischen den alten und der neuen Firmware-Version kompatibel.

Um 16 auf Physical Modeling basierende Typen wurden auch die Effekte für die acht FX-Engines erweitert und überarbeitet, darunter ein Multiband-Kompressor und diverse Raumeffekte, Octaver und EQs. Insgesamt soll das Behringer X32 nun auch vier hochwertige Stereo Reverbs gleichzeitig mit acht Kanälen 31-Band Grafik-EQ betreiben können.

Ausgebaut wurde in der V.2 auch die Kontrolle der Vorverstärker: Im FOH/Monitorbetrieb können beide Bediener einen unabhängigen Feinabgleich einstellen. Dieser Trim ist unabhängig vom tatsächlichen Preamp-Gain. Neu hinzugekommen ist ein RTA mit 100 Bändern. Dieser Realtime Analyser kann einzeln angezeigt werden, verkleinert zusammen mit EQ-Kurven oder als fortlaufendes Spektrogramm, das über die letzten 10 Sekunden der Signalhistorie Auskunft gibt.

Werden beim Behringer X32 iQ-Lautsprecher von Turbosound digital angebunden, lassen sich deren Presets nun auch aus dem Pult heraus abrufen.

Viele weitere Detailverbesserungen des X32 Behringer-Pults betreffen das Routing, die MIDI-Unterstützung, einige Bearbeitungsparameter und den Console Lock.

Wegen grundlegender Veränderungen in einigen Bereichen des OSC Remote Protokolls gibt es jetzt rein technisch gesehen zwei Generationen von Mischpult-Firmwares und steuernder Computersoftware und Apps. Beim Update von Pult oder iPad z.B. ist also zu beachten, dass synchron aktualisiert wird. Nicht betroffen davon ist allein die App X32-Q zur Monitorsteuerung: Sie ist von den Updates nicht betroffen und arbeitet sowohl mit der vorherigen als auch kommenden Firmware-Versionen zusammen. Sollte übrigens einmal die Notwendigkeit zu einem Reset bestehen: Auf der Rückseite zwischen den Anschlüssen des X32 verstecken sich zwei winzige Bohrungen für dahinter liegende Hard- und Soft-Resets.

Übersicht der ersten X32 Editoren und X32-Firmwares

X32-Edit (PC, Mac, Linux) in Version 1.0 oder 1.2: kann Mischpulte steuern mit der Firmware von 1.0 bis 1.15

X32-Mix (iPads mit iOS 5 oder höher) 2.0 or 2.1.3: kann Mischpulte steuern mit der Firmware von 1.0 bis 1.15

X32-Q (iPads/iPhones mit iOS 5 oder höher) 1.2: kann Mischpulte mit Firmware 1.0 bis 1.15 und höher steuern (zum Beispiel 2.04)

X32-Edit (PC, Mac, Linux) version 2.0: arbeitet mit der neuen Firmware (wie 2.04)

X32-Mix (iPads mit iOS 6 oder höher) 2.2: kann ebenfalls ab Firmware 2.04 s

Beim Übergang zu iOS 11 (Ende 2017) kam es zur der Situation, dass die alten iOS-Apps nicht mehr unter dem neuen iOS 11, das 64-Bit-Versionen erwartet,  starten. Das R&D von Behringer arbeitet daher (und wegen weiterer SDK-Wechsel) zwar nicht nur an einem Update, sondern einer Neuauflage der Apps für Ende 2017, die aber auch ein Jahr später noch nicht verfügbar waren.

X32 Firmware 3.0 mit Auto-Mix im Dugan-Style

Seit Sommer 2016 steht die erweitere Version 3 zur Verfügung. Wie in den Versionen zuvor wurden viele kleine Details verbessert oder Ungereimtheiten behoben, das wichtigste Feature ist aber sicher ein neuer Auto-Mix-Modus für die ersten acht Input-Kanäle: Diese ursprünglich einmal von Dan Dugan entwickelte Methode beobachtet die Pegel mehrerer Mikrofonkanäle (typischerweise in einer Podiumsdiskussion mit etlichen offenen Mikrofonkanälen) und passt automatisch die Gains an. Ziel ist dabei, die Gesamtverstärkung zur Vermeidung von plötzlichen Feedbacks kontrolliert zu halten und dennoch in einer lebhaften Diskussion flott genug die aktiv besprochenen Mikros laut zu stellen. Viele Toningenieure schätzen diese zusätzliche Unterstützung im Mix, denn so schnell kann man gar nicht selbst immer alle Mikrofone auf und zu faden. Am Pult selbst ist sie etwas versteckt in den Systemeinstellungen zu finden, schneller aktiviert/deaktiviert ist sie im Editor.

Diese Neuerungen der Firmware würden auch im externen Editor berücksichtigt. Aber mehr noch: Die Software X32 Edit ab Version 3.0 ist komplett neu geschrieben worden. Die Oberfläche löst sich dabei weitgehend von der Optik des X32 und bietet jetzt eine Unmenge an Features und Einstellmöglichkeiten, beispielsweise Floating Windows (wie hier im Screenshot ein Effektgeräte).

Neu programmierter und gestalteter Editor für das X32
Neu programmierter und gestalteter Editor für das X32 mit Floating Windows (Bild: Detlef Hoepfner)

Etwas versteckt finden sich in der X32 Firmware Version 3 auch benutzerdefinierte Sets von Fadern: Rechts oben auf “Utility” klicken, dann User 1 oder 2 anwählen, dann auf “Edit” und erst dort die gewünschte Zahl an Fadern aus Eingängen, Aux, FX, Bussen, Matrix, DCA wählen (spätestens jetzt denkt man über einen zweiten Bildschirm am Computer nach …).

 

X32 erweitern mit X-LIVE für Recording/Playback

Behringer X-Live
X-Live erweitert das Behringer X32 um umfangreiches Multitrick-Recording/Playback (Bild: Music Group)

Ende 2017 überraschte Behringer dann erneut die User des X32: Eine neue Einstecckkarte namens X-LIVE  – “Designed and engineered in Germany”, bei Willich betreibt Behringer nach wie vor ein aktives R&D – bietet 32 Kanäle Live Recording und/oder Playback auf SD/SDHC Karten plus ein USB Audio/MIDI Interface. Über drei Stunden 48 kHz/32-bit PCM Live-Recording von 32 Kanälen sind in einer Session möglich, gespeichert als unkomprimuerte WAV-Datei – und das eben ohne externen Laptop auf einer 64-GB-Karte. Ein USB 2.0 Audio/MIDI interface liefert ebenfalls 32 Kanäle bi-direktional für Studio- und Live-Recording. Die Nutzung der SD-Karten und des USB-Recordings/Playback soll unabhängig funktionieren, um beispielsweise Playbacks einzuspielen und gleichzeitig die Show zu recorden. Das Pult bleibt dabei völlig frei für den normalen Mix, das Routing erfolgt im Hintergrund und die Bedienung erfolgt über die X32-Oberfläche (dazu wird das Firmware-Update 3.08 nötig). Auch aus den Apps und der Bedienkonsole heraus soll es Zugriff auf Markern geben, ohne dass ein Laptop möglich ist, sie lassen sich setzen, editieren und in einem Präzisions-Modus mit Vorhörfunktion besonders genau definieren.

X-Live auf dem iPad
X-Live auf dem iPad (Bild: Music Group)

Die beiden SD-Karten-Slots dienen dazu, Dateien für Recording und Playback bzw. Virtuelle Soundchecks getrennt zu halten, um redundant auf zwei Karten parallel zu schreiben oder um die maximale Aufnahmezeit zu verlängern. Ein sample-synchrones Spanning soll außerdem eine sehr große Session über beide SD-Karten hinweg ermöglichen, dann liegt man bei über zwölf Stunden Non-Stop-Recording (bei acht Tracks). Eine Batteriepufferung soll die Aufzeichnungen gegen Dateikorruption bei einem Stromausfall schützen.

Outboard Processing für das X32

Nicht zuletzt versprach Behringer, dass über die Einsteckkarte und deren USB-Schnittstelle ein externes PC-Processing via “Plug-Ins” möglich werden soll. X-Live ist mit CoreAudio auf dem Mac unter OSX kompatibel und es soll sehr latenzarme ASIO-Treiber für Windows geben. Realisiert wurde das mit der Firmware 3.08 (bzw. dem Bugfix 3.09) für WAVES X-WSG (optionale Expansion Card) für einen direkten Zugriff auf SoundGrid.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. mann wird von Behringer im Stich gelassen, suche dringend einen Techniker der mein x32 konfiguriert

    Auf diesen Kommentar antworten
    1. Haste mittlerweile einen gefunden?

      Auf diesen Kommentar antworten
    2. Ich konfiguriere Dir das Dingen, wenn Du willst.
      Wo liegt das Problem?
      Schreib mir einfach mal eine Mail an: info@eventakustik.de.

      Ich helfe gerne!

      Viele Grüße,
      Sascha

      Auf diesen Kommentar antworten
    3. Ähm…”Man wird von Behringer im Stich gelassen”??????…….Sorry, aber das Pult zu konfigurieren ist nicht Aufgabe des Herstellers. Es gibt eine Bedienungsanleitung, wenn auch in Englisch und unglaublich viele Online Tutorials und Videos. Man sollte sich schon mal mit dem Teil auseinander setzen…..wenn man ein wenig Ahnung hat, dann ist das bis auf tiefliegende Details wirklich selbsterklärend. Wer das nicht schafft, sollte vielleicht über die Basics mal nachdenken und sich die aneignen.

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  2. Irgendwie seltsam! Der Artikel wird mit den Angaben “Geschrieben von Detlef Hoepfner, 17. Mai 2016” publiziert, aber alle 7 Kommentare haben ein Datum von Juni bis Sep. 2015 ! Haben die Kollegen 2015 gewusst, was im Mai 2016 geschrieben sein wird ? ?

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    1. Hallo Robert,

      das Datum wird immer neu gesetzt, sobald man im Artikel etwas ändert, korrigiert oder aktualisiert. Deshalb erscheinen z.T. “ältere” Artikel schon mal als gerade veröffentlicht.

      Viele Grüße,
      Marcel
      Redaktion

      Auf diesen Kommentar antworten
  3. Noch etwas für mich unverständliches: Auf der Homepage – http://www.music-group.com/Categories/Behringer/Mixers/Digital-Mixers/X32/p/P0ASF/downloads – wird heute, am 27. Mai 2016, eine Firmware Version 2.16 angeboten. Im Artikel ist die aktuellste mit 2.2 angegeben. Vielleicht verstehe ich auch was falsch. Für mich ist es irritierend.
    Trotz meiner Verwirrung herzlichen DANK für den Artikel ! Ich “sammle” seit Wochen Info über Digi Pulte, da ich auf der Suche nach Mixer-Alternative für mein Tascam X-48 bin. Das einzige Pult, dass schnittstellenmäßig optimal dazu passt ist ein Yamaha für ca. 15 T€!
    Übersteigt z. Zt. meine Möglichkeiten 🙂

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